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22 / 6 / 2017

Holzschuherkapelle macht neu!

Kunstbergung auf dem St. Johannisfriedhof

Die kleine Holzschuherkapelle auf dem St. Johannisfriedhof – auf dem sich auch das Grab Albrecht Dürers befindet – wird nun nach langer Zeit im Inneren saniert. Damit kann die Kapelle bis Ostern 2018 im neuen Glanz erstrahlen.

Der runde Kappellenbau wurde um 1508 von dem Nürnberger Stadtwerkmeister Hans Behaim dem Älteren erbaut und beeindruckt durch eine harmonische Gestaltung. Auftraggeber waren damals die Reichsstadt Nürnberg und eine Gruppe von Stiftern aus den Nürnbergern Ratsfamilien. Seit 1523 diente sie der Patrizierfamilie Holzschuher als Grablege. Diese ist eines der ältesten edlen Geschlechter der Reichsstadt. Seit 1925 befindet sich die Kapelle im Besitz der Stadt Nürnberg.

Museumstechniker im Einsatz.

Für einen erfolgreichen Startschuss der Innensanierung mussten allerdings zunächst die im Inneren befindlichen Kunstwerke in Sicherheit gebracht werden. Nachdem schon vor einiger Zeit die Skulpturen geborgen wurden, mussten nun noch drei Tafeln abgehängt, sicher verpackt und zwischengelagert werden. Die fest installierten Kunstwerke hingegen wurden vor Ort gesichert: Im Vorfeld der Evakuierung wurden von Daniel Kummer, Restaurator und Spezialist für Kunstschutz, Einhausungen rund um den Hochaltar, die Grabmäler am Boden der Kapelle und die Chorbänke vorgenommen, um sie vor Beschädigungen zu schützen.

Sicher verschalt: Grabplatten und Chorgestühl.

Die Schwierigkeit bestand darin, dass die großen, schweren Holztafeln in großer Höhe hingen. Das Baugerüst war die Lösung: Eine Gerüstbaufirma hatte für die Innensanierung bereits ein Gerüst im Inneren der Kapelle aufgebaut, das wir nutzen konnten, um die Tafeln abzuhängen.

Auch das Altargehäuse ist geschützt.

Durch das Technikteam der Museen der Stadt Nürnberg unter der Leitung von Herrn Dr. Curtius von den Kunstsammlungen wurden die Verschraubungen gelöst, die Tafeln von den Wänden genommen, in Spezialfolie und Luftpolsterfolie eingepackt und heruntergehoben. Nun konnten die schweren Tafeln nacheinander sicher in unserem LKW verstaut werden.

Anschließend wurden die Tafeln in einem Außendepot der Kunstsammlungen eingelagert. Jetzt kann die Innensanierung der Kapelle richtig losgehen.

Verpacken der Kunst mit Restaurator Daniel Kummer (rechts).


Claudia Myslinski studiert Ökonomie und Kunstgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und absolviert zurzeit ein studienbegleitendes Praktikum bei den Museen der Stadt Nürnberg.

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