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8 / 1 / 2026

Impressionismus in Deutschland

Das Museum Frieder Burda zeigt Max Liebermann und seine Zeit

Vor gut 90 Jahren verstarb der deutsch-jüdische Maler und Grafiker Max Liebermann (20.7.1847-8.2.1935). Inspiriert unter anderem von den französischen Impressionisten, der Schule von Barbizon sowie der Haager Schule, entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Maler des deutschen Impressionismus.

Max Liebermann: Selbstbildnis im Anzug neben der Staffelei, 1922. Bildnachweis: Galerie Bastian, Berlin

Max Liebermann entstammt der Familie des Textilunternehmers Louis Liebermann und dessen Frau Philippine, geborene Haller. Er studierte von 1868 bis 1873 an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule Weimar und stand Zeit seines Lebens in regem Austausch mit anderen Künstlerinnen und Künstlern. Nach Aufenthalten in Paris, Holland und München kehrte er 1884 in seine Heimatstadt Berlin zurück, wo er mit seinem Schaffen schließlich die verdiente Anerkennung fand.

1899 wurde er als Mitgründer Präsident der Künstlervereinigung Berliner Secession und 1920 Präsident der Preußischen Akademie der Künste. Während des Großteils seiner Schaffensperiode war er engagiert für Progressivität in der Kunst, deren natürliche Begleiterscheinung zahlreiche künstlerische Auseinandersetzungen waren.

Max Liebermann: Judengasse in Amsterdam, 1909. Bildnachweis: Privatsammlung Brennet GmbH, Foto: Courtesy Lempertz, Köln

Der zunehmende Antisemitismus, den die Nationalsozialisten nach ihrer Machtübernahme 1933 zur erklärten Regierungspolitik machten, brachte schwere Folgen auch für Liebermann. Unter anderem wurde ihm ein Arbeitsverbot erteilt, seine Werke galten als „Entartete Kunst“ und wurden in der Preußischen Akademie der Künste nicht mehr ausgestellt. Er legte seine Ämter nieder und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Am 8. Februar 1935 verstarb Liebermann in seinem Berliner Haus am Pariser Platz 7. Das ehemalige Sommerhaus der Liebermanns, die Liebermann-Villa am Wannsee, ist heute ein dem Künstler und seiner Zeit gewidmetes Kunstmuseum. Es wird getragen von der Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin e.V.

Liebermanns Werk ist stilistisch äußerst vielseitig und geprägt von Veränderung, die seine künstlerische Entwicklung mit sich brachte. In vielen seiner bekannten Gemälde faszinieren das meisterliche Spiel von Licht und lebendiger Farbigkeit. Es lohnt sich jedoch, seine Werke aus der frühen, mittleren und späten Schaffensperiode im Vergleich zu betrachten, will man die künstlerische Leistung Liebermanns genauer verstehen. Denn an seinem Werk lässt sich exemplarisch der Übergang aus dem Realismus und Naturalismus des 19. Jahrhunderts in die Kunstrichtung des Impressionismus ablesen und damit der Weg in die Klassische Moderne des deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik. Zusammen mit Lovis Corinth und Max Slevogt zählte Liebermann zu den führenden Vertretern des deutschen Impressionismus.

Gerade in der kalten Jahreszeit wünschen wir uns manchmal an einen sonnenbeschienenen Platz in der Natur, so wie er zahlreich in Liebermanns Werk zu finden ist. Doch gerade der Winter bringt auch „Museumswetter“ mit sich, also einen guten Grund, die Kälte vor der Türe hinter sich zu lassen, um einen einladenden Ort der Inspiration zu besuchen.

Max Liebermann: Blumenstauden vor dem Gärtnerhäuschen nach Norden, 1928. Bildnachweis: Privatsammlung, Foto: Courtesy of Sotheby’s

Über Max Liebermann und seine Zeit gäbe es noch sehr viel zu schreiben, und viele Autorinnen und Autoren, versehen mit profunder Kenntnis und Engagement, haben dies bereits geleistet. Stattdessen möchten wir Ihnen an dieser Stelle ein lohnendes Ausflugsziel ans Herz legen: Die Ausstellung „Impressionismus in Deutschland. Max Liebermann und seine Zeit“ des Museums Frieder Burda in Baden-Baden ist eine der umfangreichsten Ausstellungen, die dem Thema bisher gewidmet wurden. Gezeigt werden insgesamt 108 Arbeiten von 21 Malerinnen und Malern, darunter 37 von Max Liebermann. Möglich machte dies die Zusammenarbeit mit über 60 Leihgebern – darunter Museen und Galerien aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz sowie zahlreiche Privatsammlungen.

Das Museum Frieder Burda befindet sich in einem Gebäude, das von dem renommierten amerikanischen Architekten Richard Meier entworfen wurde. 2006 erhielt dieser dafür den Honour Award des American Institute of Architects. Es beherbergt eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Europas. Die Sonderausstellung ist noch bis zum 8. Februar 2026 in Baden-Baden zu sehen.

Weitere Informationen zur Ausstellung

Ab dem 28. Februar bis 7. Juni 2026 kann sie anschließend unter dem Titel „Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland“ in dem von der Stiftung des SAP-Gründers Hasso Plattner getragenen Museum Barberini in Potsdam besucht werden.


 

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