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18 / 3 / 2019

Nürnberg feiert „Geburtstag“!

Der „Große Freiheitsbrief“ wird 800 Jahre alt

Was ist denn eigentlich der „Große Freiheitsbrief“?

Es handelt sich um eine lateinische Urkunde, die am 8. November 1219 von Kaiser Friedrich II. speziell für die Nürnberger ausgestellt wurde. Heutzutage wird dieses Dokument sicher im Staatsarchiv in Nürnberg verwahrt. Hier findet man es unter dem Titel „Reichsstadt Nürnberg, Kaiserliche Privilegien 1“. Unter Nürnberg-Kennern ist das Schriftstück als „Großer Freiheitsbrief“ bekannt.

Der „Große Freiheitsbrief“ Friedrichs II. von 1219. Bildnachweis: Staatsarchiv Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg, Kaiserliche Privilegien 1

Nürnberg – eine privilegierte Stadt

Was bedeutete der „Große Freiheitsbrief“ für Nürnberg?

Mit diesem Dokument wurden die Rechte und Privilegien der Nürnberger Bürgerschaft bestätigt und ausgeweitet. So mussten die Nürnberger ihre Steuern nicht mehr einzeln an den Herrscher bezahlen; vielmehr wurden die Abgaben jetzt im Ganzen von der gesamten Bürgerschaft erhoben. Damit wurde der einzelne Bürger vor dem Zugriff durch die königliche Kammer geschützt.

Die Nürnberger Kaufleute unterstanden nun nur noch der königlichen Gerichtsbarkeit, womit die Rechtsansprüche sowie eine mögliche Stadtherrschaft des Bamberger Bischofs ausgeschaltet wurden. Sie durften mit eigenen Nürnberger Münzen auf den Handelsmessen in Nördlingen und Donauwörth bezahlen. Außerdem erhielten sie Zollfreiheit in vielen Regionen, mussten also für Waren, die sie dort verkauften, keine Zölle mehr entrichten.

Auf dem Weg zur erfolgreichen Reichsstadt

Warum erhielt Nürnberg diese Privilegien?

Nürnberg war zunächst nicht besonders begünstigt. Es gab keine Bodenschätze und auf dem „schlechten“ Boden konnte die Landwirtschaft nur mäßig gedeihen. Die Pegnitz war ein kleines Flüsschen auf dem keine großen Schiffe fahren konnten. Aber Nürnberg befand sich in günstiger Verkehrslage am Schnittpunkt wichtiger Straßen. So konzentrierten sich die Nürnberger darauf, Handel zu treiben. Mit dem „Großen Freiheitsbrief“ erhielten sie wichtige Rechte, die ihnen gegenüber anderen Handelstreibenden Vorteile einräumten.

Die Nürnberger bezahlten diese Privilegien wahrscheinlich mit teurem Geld. Es sind zwar keine genauen Zahlungen belegt, aber solche Rechte wurde damals nicht ohne entsprechende Gegenleistungen gewährt. Bekannt ist, dass König Friedrich II. 1219 sehr viel Geld benötigte, um beim Pfalzgrafen Heinrich die Reichskleinodien auszulösen. Wie hoch auch immer die Investition der Nürnberger gewesen sein mag – sie hat sich definitiv gelohnt: Die Urkunde legte die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg der Stadt, die einige Jahrzehnte später ein eigenes Stadtwappen erhielt und sich zu einer der wichtigsten Reichsstädte in Europa entwickelte.

Ohne den „Großen Freiheitsbrief“ gäbe es viele besonders schöne Ecken – so wie das Fembo-Haus – in Nürnberg nicht. Foto: Uwe Niklas

Eine Stadt mit vielen schönen Ecken

Und was bedeutet der „Große Freiheitsbrief“ für uns heute?

Ohne den „Großen Freiheitsbrief“ wäre Nürnberg nicht das, was es heute ist. Ohne ihn hätte sich Nürnberg wohl nicht zu dieser bedeutenden Großstadt mit vielen schönen Ecken entwickelt. Und um diese vielen schönen Ecken Nürnbergs zu würdigen, sind Sie, liebe Leserinnen und Leser, gefragt: Wo finden Sie es in Nürnberg richtig schön? Vom 24. März bis zum 07. April 2019 sind alle Nürnbergerinnen und Nürnberger herzlich eingeladen, ihre ganz persönlichen Nürnberger-Lieblingsorte bei einer Instagram-Aktion unter dem Hashtag #nürnbergliebe zu zeigen. Als erster Preis winkt ein kleines Foto-Shooting im Fembo-Haus, die übrigen Gewinner dürfen sich auf einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der Museen der Stadt Nürnberg freuen.

Das Jubiläum zum „Großen Freiheitsbrief“ wird mit einem Familienaktionstag gefeiert. Foto: Jim Albright

Anlass zum Feiern!

Wie wird der Geburtstag des „Großen Freiheitsbriefs“ gefeiert?

Am Sonntag, den 24. März 2019 laden das Stadtmuseum im Fembo-Haus und das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ) zu einem fröhlichen Familienaktionstag ein. Groß und Klein erwartet ein buntes Programm.

Informationen zum Familienaktionstag
Informationen zum Angebot des KPZ im Stadtmuseum im Fembo-Haus


Dr. Gesa Büchert ist Museumspädagogin am Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ) und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Lena Schmiedl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Stadtmuseum im Fembo-Haus und Museumspädagogin am Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ).

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