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14 / 4 / 2016

Königsbesuch im Tucherschloss

Ein Museum bereitet sich vor

Das Museum Tucherschloss ist der traditionsreich-glänzende Rahmen für Trauungen, Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und andere ganz besondere Ereignisse. Kein Wunder, dass das Team der Museumsmitarbeiter/ innen mit der Ausrichtung von Festen, Konzerten und kulturellen Events bestens vertraut ist!

Dennoch ist so mancher Nervenkitzel auch bei den routiniertesten Veranstaltungsmanagern zu spüren gewesen, wenn sich – was nicht alle Tage vorkommt – ein Königspaar zum Besuch anmeldet und dies sogar zum einen festlichen Mittagessen in Nürnbergs repräsentativsten Festsaal, dem Hirsvogelsaal.

Und natürlich erfordert ein solch hoher Besuch einiges an Vorbereitungen. Noch gestern gab es noch viel zu tun und alle mussten hinter den Kulissen Hand anlegen, um das Schloss für den Besuch des Königspaars der Niederlande, König Willem-Alexander und Königin Máxima, fit zu machen.

Viele halfen zusammen

Am Vortag im Schloss zogen alle an einem Strang. Was sich heute als würdiger Ort für Empfänge präsentierte, sah gestern zeitweise noch nach Baustelle aus.

Die Haustechniker bauten die letzten Stücke der Sonderausstellung im Foyer des Schlosses ab und machten den Platz frei für den Empfang.
Das Gästebuch wurde für den Eintrag vorbereitet.
Und draußen probten die Polizisten ihre Fahrt mit der Kolonne.

Das Tucher‘sche Gästebuch

Anlässlich ihres Besuches im Tucherschloss trugen sich vor knapp 123 Jahren, am 19. Juni 1893, die niederländische Königin Emma und ihre 13jährige Tochter Wilhelmina in das Gästebuch der Familie Tucher ein.

Inzwischen wird das Tucher‘sche Gästebuch im Stadtarchiv Nürnberg aufbewahrt. In Abstimmung mit der Familie Tucher darf das Buch einen letzten Eintrag bekommen – die Unterschrift des direkten Nachkommens auf dem Königsthron, König Willem-Alexander, der sich damit in einem Buch zu seiner Ururgroßmutter Emma und seiner Urgroßmutter Wilhelmina gesellt.

Warum ist das bemerkenswert? Das Gästebuch der Tuchers ist eigentlich eine geschlossene Archivalie. Die letzten Einträge daraus stammen von Schlossbesuchern aus dem Jahr 1943. Für den königlichen Nachfolger wird eine Ausnahme gemacht. Das Buch bekommt dadurch einen schönen, wenn auch neuzeitlichen Abschluss.

Alles muss reibungslos klappen

Auch zahlreiche andere halfen mit bei der Vorbereitung auf die Gäste:

Frau Locke, im Tucherschloss zuständig für Veranstaltungen im Hirsvogelsaal, fegte das Laub vom roten Teppich.
Die Caterer von Lehrieder sorgten für einen gelungenen Aperitiv im Schlossfoyer.
Und das Menü hat Andree Köthe, Inhaber des Gourmetrestaurants Essigbrätlein, erdacht. Bei leichter Küche ließen sich auch noch gut Arbeitsgespräche mit geladenen Gästen aus Wirtschaft und Politik führen.

König und Historiker

Das große Plus der städtischen Museen in Nürnberg: Die meisten befinden sich an einem originalen Ort, wo sich die Geschichte, über die sie erzählen, auch wirklich ereignet hat. Die Geschichte wird dadurch stärker spürbar als anderswo, ob im einzigen (Patrizier-)Schloss der Altstadt, im Memorium Nürnberger Prozesse oder im Wohnhaus von Albrecht Dürer, das zum Abschluss des Besuchs auf der Agenda stand. Der Historiker Willem-Alexander und seine Frau werden sich sicherlich die eine oder andere gute Erinnerung an Nürnberg bewahren.

Und wir? Freuen uns, dass königlicher Besuch auch im 21. Jahrhundert noch seinen Weg in das Tucherschloss findet!

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